6. September 2017

Art Institute or Dancing at Navy Pier

Als ich mit Nancy vor dem Eingang des Art Institute of Chicago stehe, denke ich, dass drei Stunden niemals ausreichen werden. Drei Tage würden nicht ausreichen, um all der Kunst und Schönheit dieses Museums gerecht zu werden. Vier Etagen, Werke aus zahlreichen Jahrhunderten und der ganzen Welt. Durchatmen. Wo fangen wir an? Das Labyrinth aus Räumen, Wänden, Treppen und Türen scheint undurchdringbar. Nach asiatischer Kunst, Fotografien, Miniaturräumen, Fotografie, Zeichnungen und Architektur, Rüstungen und Waffen, Textilien, durch Afrika und Buddhistische Skulpturen, europäische Gemälde und dekorative Kunstmöbel gelangen wir zur Zeitgenössischen Kunst. Mich packt, nicht nur wegen des Dämmerlichts in einigen der Räume zuvor und der gefühlten Meilen, die wir bereits zurückgelegt haben, eine tiefe Schwere (schwere Tiefe-?) in diesen großen Hallen.
Dank meiner Eltern und besonders meiner Mutter, die selbst ganz großartige Kunst macht und die mich und meinen Bruder von Beginn an in Museen, Ausstellungen, Finnissagen, Projekträume mitgenommen hat, birgt jeder Museumsbesuch für mich ein Stück Heimat. Ich höre meine Mutter, wie sie mich auf ein besonderes Detail aufmerksam macht und zu jedem Künstler etwas zu wissen scheint, sehe meinen Bruder auf der anderen Seite des Raumes etwas genaustens betrachtend, daneben mein Vater, ein Informationsschild studierend.
Also stehe ich vor Edward Hopper, Gerhard Richter, Roy Lichtenstein, Andy Warhol, On Kawara, Vincent Van Gogh, Pablo Picasso, Claude Monet. Kunstwerke, die man schon so oft auf Fotografien, in Büchern, Filmen, im Kunstunterricht gesehen hat. Dann steht man einfach plötzlich davor.
Und es ist ein bisschen krass, und ein bisschen ganz normal.
So viel Kunst macht die Beine und die Lider schwer, die Füße lechzen nach Luft und kühlem Wasser, der Kopf schwirrt ob der Überforderung der Aufnahme so viel künstlerischen Seins.

This Labor Day I went to Chicago Downtown with Nancy and we visited the Art Instutute, which is overwhelming, gigantic huge and amazing and we where inebriate by all those artworks. Every museum is a piece of home for me because my Mum is an artist and we always went to a lot of museums with me and my brother since we could walk, which was wonderful. Standing in front of masterpieces by Warhol, Hopper, Richter, Lichtenstein, Picasso, Monet etc. was a marvelous feeling.
Afterwards we were tired and exhausted and my feet ached for some cool water to dip in.

 
Trotzdem gehen Nancy und ich um fünf, als das Museum an diesem Labor Day schließt, nicht zurück zum Bahnhof, sondern bis zum Buckingham Fountain um Hummus und Laughing-Cow-Cheese Brote zu essen, und danach am Hafen entlang bis zum Navy Pier, der erst viel unspektakulärer war als wir dachten und sich dann als absolutes Highlight herausgestellt hat, als wir die Live-Band am Ende des Piers hörten. Bella's Bartok beschreibt ihre Musik auf der Website so wunderbar, dass ich keine besseren Worte gefunden habe: The circus punk powerhouse Bella’s Bartok infuses klezmer punk with pop sensibilities into a spectacle that can’t help but compel you dance! Da sitzen also die Touris, trinkend und essend, an ihren Tischen und lauschen der Musik, und ich stehe auf um zu tanzen. So tolle tanzbare Stimmung! Ich muss doch jede Chance nutzen, seit ich nicht mehr zu Hause im Theater und in der Musikschule meine Beine schwingen und meinen Körper fliegen lassen kann! 
Ich trage an diesem Tag das Chicago Cubs Shirt, dass ich von meiner Hostfamily bekommen habe, das Fanshirt des Baseball Clubs des nördlichen Chicagos. Ein unwichtiges Detail, das unerwähnt geblieben wäre, hätte der Sänger der Band das nächste Lied, nachdem ich aufgestanden war, um zu tanzen, nicht den Chicago Cubs gewidmet hätte (love!).

Anyways - after the museum we went to Buckingham Fountain to eat a snack and then forward unti Navy Pier where an awesome Band called Bellas Bartok played. I couldn't help and had to dance, it was a wnderful feeling, full of freedom and happiness! And the Singer dedicated the very next song to the Chicago Cubs, I wonder if it was because I was wearing a Cubs-Shirt. Who knows ;)


Bis zum Bahnhof ist es anschließend ein weiterer Spaziergang von einer Stunde. Der Himmel wird dunkel, die Lichter leuchten und der Fluss zieht silbrig lange Fäden durch das Bild, sodass es zu einem der schönsten Spaziergänge des Tages wird. Zurück im Zug wickle ich mich in die Decke ein, die ich wegen der Klimaanlage eingepackt habe, lege die Füße hoch und sehe nur noch wenige Häuser vorbeiziehen. Der Rest ist mit der untergehenden Sonne verschwunden.

Back to the trainstation we followed the Riverwalk which is even more beautiful when it's dark and all those lights shine like glitter over the water. We were super tired and couldn't walk any more meter but it was so worth it and just a beautiful day! x

Love,
Elske